Sonntag, 26 Mai 2019

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Silke Schell löst Wera Müller ab

Sitzung vom 16.01.2019
 
von Evi Paleczek
 
 

Sie freut sich auf die Arbeit im Stadtrat, ist aber auch ein bissl nervös und ängstlich, gesteht Silke Schell. An diesem Mittwochabend wird die 43-jährige Furtherin Mitglied im Gremium, als Nachrückerin für ihre Mutter Wera Müller, die ihr Mandat aus Alters- und Gesundheitsgründen niederlegt (wir berichteten). Sie hofft, der Verantwortung gerecht zu werden, sagt Schell im Gespräch mit unserem Medienhaus, und dass die Leute sie annehmen und zu ihr kommen mit ihren Anliegen.

In Bezug auf die Arbeit im Gremium baut die 43-Jährige auf die Unterstützung der “alten Hasen”. Ihren SPD-Fraktionskollegen Siegfried Ehrnböck kennt sie schon lange - er war bereits an der Realschule ihr Mathelehrer - und versteht sich gut mit ihm. Natürlich hofft sie auf irgendwann wieder mehr SPD-Mitglieder im Stadtrat, glaubt aber auch, dass es schön ist, in einer so kleinen Gruppe zu agieren.

 

Mutter von vier Kindern
Für Politik interessiert hat sie sich schon immer, erinnert sich Schell. Da kommt man wohl nicht aus in einer “sehr politischen Familie”, meint sie. Über viele Jahre hinweg hat sie die Arbeit ihrer Mutter im Stadtrat mitbekommen, daheim ist sie mit vielen kommunalpolitischen Tischgesprächen und Politikern auf der Couch groß geworden. Wenn Wahlen waren, haben ihre Eltern immer Freunde eingeladen, und man ist zusammen im Wohnzimmer gesessen und hat die Ereignisse am Fernseher verfolgt, sagt die 43-Jährige.

 

Als sie 18 wurde, trat sie der SPD bei. Auch da ist sie sicherlich vom Elternhaus aus hineingewachsen, meint Schell, fühlt sich aber sehr wohl und aufgehoben in der Partei. Natürlich ist man nicht immer zu 100 Prozent einer Meinung, sagt die Furtherin, aber die SPD spiegle ihre Ansichten und Grundhaltung öfter wieder als andere Parteien. Dort fühlt sie sich am besten vertreten.

Sie ist ein großer Fan des Mindestlohns, den sie noch immer als zu gering erachtet, sagt Schell. Außerdem wünscht sie sich, dass Kindergärten und -tagesstätten genauso wie Schulen kostenlos werden. Das würde vielen Eltern und vor allem Alleinerziehunden helfen. Als Mutter von vier Kindern liegen ihr Familien am Herzen, betont Schell. Das ist der Bereich, in den sie sich gut einfühlen kann. In Bezug auf Nachmittagsbetreuung an Schulen solle man am Ball bleiben, wünscht sie sich zudem, und die Öffnungszeiten von Kindergärten im Auge behalten. Es solle anerkannt werden, was Erziehende leisten, fordert Schell. Als Mutter findet sie es nicht schön, wenn nur darauf gepocht werde, wie sich mehr und mehr Arbeit mit Familie vereinbaren lasse. Man brauche auch Zeit für seine Kinder - ohne immer nur Zeitpläne aufstellen zu müssen. Und das müsse auch für Alleinerziehende funktionieren.

Kein Rücktritt für die Tochter
Schon vor vielen Jahren hat sie sich zum ersten Mal auf die SPD-Liste für den Stadtrat setzen lassen, erinnert sich die 43-Jährige. Dass es nun soweit ist, freut sie, und sie ist gespannt, was sie erwartet. Wichtig ist ihr in dem Zusammenhang, klarzustellen, dass ihre Mutter nicht für sie zurückgetreten ist, betont Schell. Wera Müller hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, dass sie ihre Nachrückerin ist, ist Zufall. Sie freut sich aber auch, dass wieder eine Frau nachrutscht ins Gremium, betont die Furtherin.

Und sie freut sich, dass ihre Familie voll hinter ihrer neuen Aufgabe steht. Ihre Kinder sind stolz auf die Mama und finden das Ganze aufregend, erzählt sie. Sogar die Nachbarskinder finden es spannend, dass sie Stadträtin wird. Ihr Mann freut sich auch für sie, sagt Schell, und wird sie unterstützen, die neue Tätigkeit in den Alltag mit vier Kindern zu integrieren.

Da wird auch Mutter Wera Müller mithelfen. Sie ist sehr stolz auf das, was die 70-Jährige in ihrer langen Zeit im Gremium erreicht hat, betont Schell. Und nicht nur diesbezüglich könne Furth stolz sein auf Müller. Hipp Hopp Band, Kontaktgruppe für behinderte und nichtbehinderte Menschen und viele, viele Aktionen. Außerdem haben wohl die Wenigsten eine Ahnung davon, wie viel Arbeit hinter der Aufgabe der Behindertenbeauftragten steckt, meint die 43-Jährige. Nebenbei hat Müller die Buchhaltung für die Kirche gemacht und immer wieder für wohltätige Zwecke gestrickt. Und nun hat Schell Respekt davor, dass ihre Mutter aufhört, weil es nicht mehr geht, anstatt dass sie ihre Zeit im Gremium absitzen würde.